Bärlauch ist gerade in der Zeit zwischen Mitte April und Mai ein echter Foodtrend. Kein Wunder, denn genau in dieser Zeit sprießt er vor allem in den südlichen Laubwäldern Deutschlands. Ein Grund auch für mich auf die Suche nach dem wilden Knoblauch und den besten Bärlauch Rezepten zu machen. Im Folgenden findet ihr 6 wichtige Fakten über den Bärlauch sowie 6 leckere Rezepte für Bärlauch-Pesto, Bärlauch-Butter, Bärlauch-Paste, Bärlauch-Salz, Bärlauch-Creme- und Bärlauch-Kartoffel-Suppe.
Ich wünsche euch Spaß beim Lesen!
6 wichtige Fakten, die ihr über den Bärlauch wissen müsst
Ehrlich gesagt zähle ich mich nun wirklich nicht zu den Kräuter-Experten. Aus diesem Grund hatte ich auch ein mulmiges Bauchgefühl, als ich mich das erste Mal auf die Suche nach dem wilden Knoblauch begeben habe.
- Pflücke ich bei Bärlauch auch das Richtige?
- Worauf muss ich bei der Bärlauch-Ernte achten?
- Wie lang kann ich den Bärlauch verarbeiten?
Um euch das Ganze ein wenig leichter zu machen, habe ich euch im Folgenden 6 wichtige Fakten rund um das Thema Bärlauch genauer aufgeführt.
1. Bärlauch kaufen oder doch selber pflücken?
Der Bärlauch, auch wilder Knoblauch genannt, gehört zur Pflanzengattung Allium und ist eng mit dem Schnittlauch, der Zwiebel aber auch dem Knoblauch verwandt. Man findet den Bärlauch in Europa und in manchen Teilen Asiens – vor allem aber in schattigen, feuchten Laubwäldern oder entlang von Bächen und Auen.
In Deutschland kommt der Bärlauch häufiger im Süden als im Norden vor, dort aber in Hülle und Fülle. Bärlauch muss man also nicht kaufen, sondern kann ihn auch gut und gerne selber pflücken. Hier müsst ihr aber aufpassen, das ihr nicht aus Versehen ein Maiglöckchen erwischt – dieses ist nämlich durchaus giftig.
2. Wie kann man Bärlauch von Maiglöckchen und Herbstzeitlosen unterscheiden?
Leider sieht der Bärlauch dem Maiglöckchen und auch den Herbstzeitlosen sehr ähnlich. Hier müsst ihr wirklich besonders vorsichtig sein, da die beiden zuletzt Genannten giftig sind. Berührt man zum Beispiel ein Maiglöckchen, so kann es zu Haut- und Augenreizungen kommen.
Wenn man aber die Unterschiede zwischen Bärlauch und Maiglöckchen bzw. Herbstzeitlosen kennt, ist das Bärlauch selber pflücken nicht mehr schwierig:
- Bärlauch hat einen Stiel pro Blatt, Maiglöckchen oder Herbstzeitlose haben eher zwei oder drei umwickelte Stiele. Schaut euch das Maiglöckchen doch mal im Bild weiter unten an. Erkennt ihr den Unterschied?
- Bärlauch hat des Weiteren längliche Knospen, wohingegen das Maiglöckchen glockenförmige, in Trauben angeordnet Knospen hat.
- Der auffälligste Unterschied ist aber der Geruch: Bärlauch riecht, wenn man ihn pflückt oder verarbeitet, nach Knoblauch. Maiglöckchen und Herbstzeitlose riechen nicht. Man sagt „die Fahne“ bzw. der anhaltende Geschmack von Bärlauch sei nach dem Essen weniger stark als der von Knoblauch. Dies kann ich aus meiner aktuellen Erfahrung heraus nicht bestätigen 😀
3. Bärlauch Rezepte: Warum ist Bärlauch gesund?
Bärlauch schmeckt nicht nur gut, sondern ist ein echtes Superfood! Er liefert eine hohe Menge an Vitamin C und enthält zudem die Mineralstoffe Kalzium, Kalium und Eisen sowie ätherische Öle.
Neben all diesen gesunden Inhaltsstoffen ist auch Allicin enthalten. Dies wirkt wie ein natürliches Antibiotikum, tötet Bakterien ab und verursacht diesen typischen Geruch nach Knoblauch.
Bärlauch besitzt eine reinigende und entgiftende Wirkung, die dabei hilft, Symptome vieler Zivilisationskrankheiten zu lindern oder sogar zu beseitigen. Bärlauch kann Hautleiden verbessern, den Cholesterinspiegel senken, die Verdauung positiv beeinflussen und zudem Bluthochdruck verhindern.
4. Wie kann man Bärlauch haltbar machen?
Für all diese gesunden Eigenschaften des Bärlauchs lohnt es sich, sie durch Haltbarmachen über eine längere Zeit zu bewahren. Beim Trocknen verliert Bärlauch nämlich leider seine Heilkräfte, weshalb er als Tee oder Trockengewürz weniger geeignet ist.
Dennoch gibt es einige tolle Möglichkeiten, die Inhaltsstoffe und vor allem das würzige Aroma des Bärlauchs über mehrere Wochen zu erhalten.
Die 6 besten Möglichkeiten habe ich im Folgenden aufgelistet und euch außerdem in einem weiteren Beitrag zusammengefasst.
- Bärlauch-Paste
- Bärlauch-Aufstrich
- Bärlauch-Butter
- Bärlauch Pesto
- Bärlauch-Öl
- Bärlauch einfrieren
Mehr zu den 6 verschiedenen Möglichkeiten zum Bärlauch haltbar machen findet ihr im Artikel: Bärlauchpesto, Bärlauchöl und Bärlauchsalz: so kann man Bärlauch haltbar machen
5. Wie kann man Bärlauch einfrieren?
Bärlauch kann man einfrieren. Doch man sollte das in ziemlich frischem Zustand tun. Man kann ihn entweder direkt aus dem Wald als ganzes Blatt in ungewaschenen Zustand einfrieren oder aber gewaschen in gehackter oder fein pürierter Form. Entfernt dafür aber vor dem Waschen alle Stiele.
Füllst du die Bärlauch-Blätter oder -Paste dann in Gläser, Gefrierbeutel oder luftdicht verschließbare Gefäße, lässt sich der Bärlauch auch nach einigen Wochen noch genießen.
6. Wie kann man Bärlauch selbst anpflanzen?
Bärlauch kann man auch selbst anpflanzen. Am wohlsten fühlen sie sich unter Laubbäumen, in der Nähe von Hecken oder schattigen Brachflächen. Der Boden sollte maximal leicht sonnig und immer ausreichend feucht sein.
Entweder verpflanzt ihr die Samen im Frühling etwa 2 cm tief in der Erde oder setzt im Herbst fertige Bärlauch-Zwiebeln in etwa 5 cm Tiefe ein. Während die Zwiebeln bereits im darauffolgenden Frühjahr geerntet werden können, benötigen die Samen noch ein Jahr bis sie keimen.
Habt ihr einmal wachsenden Bärlauch in eurem Beet bzw. Garten, könnt ihr ihn jedes Jahr wieder ernten. Hierzu belasst ihr die fertigen Zwiebeln einfach im Boden. Wer keinen Garten hat, kann den Bärlauch auch in einen Topf großziehen.
Kommen wir nun aber zu den leckeren Bärlauch-Rezepten:
Bärlauch Rezepte zum Selbermachen
Um den am besten selbst gepflückten oder angepflanzten Bärlauch auch zu leckeren Speisen verarbeiten zu können, habe ich euch mal meine Lieblings-Bärlauch-Rezepte zusammengefasst. Viel Spaß beim Nachkochen!
1. Selbstgemachtes Bärlauch-Pesto
Bärlauch Pesto ist wirklich eine tolle Möglichkeit schnell fertig gekochte Pasta in Sekundenschnelle in ein lecker würziges Gericht zu verwandeln. Doch ebenso gut kann man das Bärlauch-Pesto auch auf einem Brot oder Baguette genießen.
Durch die Zugabe von Öl, Parmesan, Pinienkernen und Co. bekommt es einen herrlich würzigen, fast italienischen Charakter, der jedes Gericht nach Urlaub schmecken lässt. So könnt ihr es selbst probieren:
Kochutensilien
- Mixer
Zutaten
- 100 g Bärlauch frisch
- 50 g Pinienkerne alternativ Walnüsse und/oder Mandeln, nach Belieben
- 50 g Parmesan oder Pecorino
- 100 ml Olivenöl extra vergine
- Zitronensaft
- Salz und Pfeffer
Anleitungen
- Bärlauch abwaschen und klein rupfen oder ganz fein hacken. Pinienkerne oder Nüsse sowie Bärlauch in den Mixer geben und klein mixen.
- Einen Schuss Olivenöl und den geriebenen Käse hinzugeben. Alles ordentlich vermischen und mit Salz, Pfeffer und einen Schuss Zitronensaft abschmecken.
- Das Pesto könnt ihr in kleinen, sterilisierte Einmach- oder Marmeladengläsern aufbewahren. Kühl und dunkel gelagert halten sie sich bis zu acht Wochen.
- Besonders gut schmeckt mir das Pesto auf Nudeln. Doch auch auf Brot oder als Fleisch-Marinade könnt ihr das gesunde Bärlauch-Pesto genießen.
2. Mein Lieblingsrezept für Bärlauch-Butter
Bärlauch-Butter – mega lecker. Mit dieser Buttervariante braucht ihr wirklich nicht unbedingt einen weiteren Belag. Sie passt zu Brot, Baguette, Fleisch oder Kartoffeln. Im Endeffekt könnt ihr sie genauso anwenden, wie auch Knoblauchbutter.
Bärlauch-Butter ist also die perfekte Ergänzung für jeden Grillabend. So könnt ihr sie selbst machen:
Kochutensilien
- Mixer
Zutaten
- 250 g Butter weich
- 75 g Bärlauch
- Zitronensaft
- Salz und Pfeffer
Anleitungen
- Bärlauch abwaschen und danach klein rupfen oder schneiden.
- Die weiche Butter mit dem Bärlauch in den Mixer geben. Oft ist es einfacher die Blätter nach und nach hineinzugeben – das kommt aber auf den Mixer an.
- Anschliessend Salz, Pfeffer und Zitronensaft zur Bärlauchbutter geben und alles nochmal ordentlich vermischen. Danach zum Erkalten in den Kühlschrank stellen.Soll es eine Form bekommen, könnt ihr es zum Beispiel in eine Eiswürfel- oder Muffinform geben und dort kalt werden lassen.Die Bärlauchbutter passt zum Beispiel zu frischem Brot, zum Steak oder zu Kartoffeln. Beim nächsten Grillabend könnt ihr sie auch als Alternative zur Knoblauchbutter servieren.
2. Würziges Bärlauch-Paste
Bärlauch Paste ist dem Bärlauch Pesto nicht nur im Begriff sehr ähnlich. Letztendlich beschreiben die beiden Worte dasselbe, denn Pesto kommt vom italienischen Wort “pestare”, was so viel wie zerrieben bzw. zerstampft bedeutet. Ihr merkt schon – das beschreibt auch das deutsche Wort “Paste”.
Der wirkliche Unterschied ist wohl das Feeling, wenn man die Masse Paste statt Pesto nennt, oder aber doch die fehlende Zugabe von Parmesan und Pinienkerne. 🙂 Wollte ihr lieber eine deutsche Bärlauch-Paste statt einem italienische Bärlauch Pesto machen? Dann findet ihr hier das Rezept:
Kochutensilien
- Mixer
Zutaten
- 100 g Bärlauch frisch
- 100 ml Olivenöl extra vergine
- 2-3 Prisen Salz + Pfeffer
- Schuss Zitronensaft
Anleitungen
- Bärlauch abwaschen, klein rupfen oder ganz fein hacken.
- Nun das Olivenöl dazugeben. Alles ordentlich mischen und mit 2-3 Prisen Salz, Pfeffer und einem Schuss Zitronensaft abschmecken.
- Nun gebt ihr das Ganze in einen Mixer oder macht das Ganze mit dem Pürierstab klein.
- Die Paste könnt ihr in einem kleinen, sterilisierten Einmach- oder Marmeladenglas aufheben.
Notizen
4. Würziges Bärlauch-Salz
Wie wäre es, wenn ihr in Zukunft alles mit ein wenig Salz- und Knoblauch-Geschmack würzen könntet – und das auf einmal! Doch das ist nicht der einzige Grund, warum ihr Bärlauch und Salz kombinieren solltet, denn Bärlauch-Salz ist in einem luftdicht verschlossenem Gefäß unbegrenzt haltbar!
Kochutensilien
- Küchenmesser
- Mixer oder Mörser
Zutaten
- 100 g frischen Bärlauch
- 250 g grobes Salz
Anleitungen
- Frischen Bärlauch gut abwaschen und trocken tupfen. Blätter mit dem Küchenmesser fein hacken oder mit einem Mixer zerkleinern.
- Anschließend mit dem Salz vermischen und das Ganze mit einem Pürierstab oder Mörser weiter fein mahlen.
- Das Kräutersalz nun auf einem Teller oder ein Backblech schütten und trocknen lassen. Das Ganze sollte während des Trocknens immer mal wieder umgerührt werden. Ist es fertig, könnt ihr das Bärlauch-Salz in ein luftdichtes Gefäß umfüllen und für die nächste Anwendung aufbewahren.
5. Schnelle Bärlauch Cremesuppe
Kochutensilien
- Mixer oder Mörser
- Pürierstab
Zutaten
- 300 g Bärlauch
- 150 g Zwiebel
- 60 g Butter
- 2-3 EL Mehl
- 1 Liter Gemüsebrühe
- 250 ml Sahne
- Salz, Pfeffer und Muskatnuss
Anleitungen
- Zwiebel schälen, fein hacken. Butter in einem Topf schmelzen und Zwiebel darin glasig braten. 2 – 3 EL Mehl darüber und kurz weiter braten.
- Nun mit der kalten Gemüsebrühe aufgießen, gut durchrühren und etwa 5 – 10 Minuten köcheln lassen.
- In der Zwischenzeit die Bärlauchblätter waschen und anschließend klein hacken oder rupfen. Direkt danach könnt ihr ihn schon in die Suppe geben und erneut 5 – 10 Minuten köcheln lassen.
- Püriert die Suppe nun mit einem Pürierstab und gebt vorsichtig die Sahne hinzu. Am Ende könnt ihr die Suppe dann nach Belieben mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen und heiß servieren. Guten Appetit!
6. Deftige Bärlauch-Kartoffel-Suppe
Diese Suppe ist nicht nur etwas für die kalte Jahreszeit. Auch wenn es in der Erntezeit März bis Mai zwar durchaus nochmal ganz schön frisch werden kann, schmeckt diese Suppe auch an den ersten Frühlingstagen.
Ob ihr die Suppe mit Körnern, Kernen, Nüssen oder Fleischeinlagen garnieren wollt, das bleibt eurem eigenen Geschmack überlassen. So könnt ihr die Suppe ganz einfach nachmachen:
Kochutensilien
- Kochtopf
- Pürierstab
Zutaten
- 100 g Bärlauch frisch
- 500 g Kartoffeln
- 1 Liter Gemüsebrühe
- 50 ml Sahne
- 1 Zwiebel
- 2 EL Butter
- Salz und Pfeffer
- Wurst oder Pfefferbeißer optional
Anleitungen
- Die Zwiebel und die Kartoffeln schälen und anschließend klein schneiden.
- Die Zwiebeln nun in einer Pfanne in Butter anschwitzen bis sie goldgelb sind. Anschließend mit Brühe aufgießen.Jetzt die Kartoffeln und den Bärlauch in den Topf geben und auf niedriger Flamme köcheln lassen, bis die Kartoffeln gar sind.
- Sind die Kartoffeln weich, könnt ihr die Suppe mit pürieren und die Sahne unterrühren. Lasst sie anschließend nochmal kurz aufkochen und schmeckt sie mit Salz und Pfeffer ab. Tipp: Gut dazu passen zum Beispiel Kürbiskerne oder Crôutons. Als Garnitur könnt ihr ein übrig gebliebenes oder beiseite gelegtes Blatt Bärlauch und eine Spur aus Sahne verwenden.
- Achtung Fleischliebhaber: Natürlich muss die Suppe nicht vegetarisch sein! Schneidet euch doch einfach einen Pfefferbeisser oder eine Bratwurst in die Suppe und schon habt ihr eine leckere Wurstbeilage
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